18. April 2017

Nicht nur gegen einen Kriegsherren

Wahnnsinnige an der Macht –

Dr. Seltsam lässt grüßen

 

Giftgas in Syrien oder das Bombardieren von Äckern im Jemen sind nur zwei gruselige Beispiele für noch relativ junge Kriege. Ungelöst und unbefriedet sind uralte Konflikte im Nahen Osten oder in Afrika. Die deutsche Rüstungswirtschaft verdient sich eine goldene Nase und die Bundeswehr ist schon lange eine Armee im weltweite Einsatz unter dem Deckmantel von humanitären Intervention. Mit Wahnsinnigen wie Trump oder Erdogan entsteht ein explosives Gemisch, in dem selbst ein Atomkrieg und mit ihm die Vernichtung der letzten Reste von Zivilisation nahe rückt. Dr. Seltsam lässt grüßen.

 

Ostermärsche in Erfurt, Jena, Ohrdruf und dem Zeitzer Forst

 

All das sind mehr als genug Gründe, zwischen Eiersuche, Osterlamm und dem auch an diesen Feiertagen immer überdordenderen Konsumismus auf die Straße zu gehen. Linkspartei und Friedensinitiativen hatten, wie jedes Jahr, dazu aufgerufen. Immerhin 50 Menschen kamen am Gründonnerstag zur Erfurter Löberfeldkaserne. Mehr als 150 waren es Ostersamstag in Jena. Auch der traditionelle Ortsmarsch, zum eigentlich schon für die Konversion bereiten Truppenübungsplatz in Ohrdruf, fanden ebenso statt wie der im Zeitzer Forst. Menschen wie Ute Hinkeldein vom Aktionskreis Frieden oder Elke Pudszuhn vom VVN, die – stets tatkräftig unterstützt von der LINKEN – seit vielen Jahren diese Ostermärsche mitorganisieren, kann dafür gar nicht genug gedankt werden.

 

Viele Gründe, wenige Demonstrierende

 

Dennoch muss die Frage erlaubt sein: Warum sind es nur so Wenige, die an Ostern für den Frieden auf die Straße gehen? „Wenn die Friedensbewegung als politische Kraft und ernstzunehmende Bewegung zurückkehren möchte, dann muss sie aufhören über Krieg, Rüstung und Militarismus als geostrategisches Spiel der Weltmächte zu sprechen. Die bipolare Welt der 1980er ist Geschichte. Es geht nicht mehr gegen einen einzigen Kriegsherrn, gegen ein System, gegen eine Macht. Wenn wir in die Region von Libyen bis Jemen schauen, so muss doch allen klar sein: Eine emanzipative und konsequente Friedensbewegung muss allen imperialen Bestrebungen – der USA unter Trump, von Russland unter Putin und der Türkei unter Erdogan – entgegentreten. Wir müssen die Menschenwürde und die Freiheit auch gegen den Islamischen Staat ebenso wie gegen das Regime Assad verteidigen,“ sagte die LINKE Bundestagsabgeordnete, Martina Renner, beim Jenaer Ostermarsch.

 

Krieg ist immer auch Klassenkampf

 

Es geht nicht nur um den Krieg zwischen Armeen, sondern um den Klassenkrieg. „Auch der Krieg gegen die Armen, die Verzweifelten, die Flüchtlinge, wie er mit deutscher Hilfe rund um und auf dem Mittelmeer stattfindet, ist ein Krieg. Die Friedensbewegung muss auch eine Flüchtlings-Solidaritäts-Bewegung sein. Wir dulden unter uns keine Rassisten und niemanden, der oder die Grenzen und Mauern bauen wollen. Wir sind Teil einer Gegenerzählung zu Donald Trump, Marine Le Pen, Victor Orban und Frauke Petry“, bekräftigte Martina Renner die Position der Linkspartei. Darüber sollte sich jede und jeder seiner Gedanken machen, denn mit dem Tag der Arbeit steht der nächste traditionelle Kampftag bevor. Und wenn es für „Gute Arbeit“ am 1. Mai auf die Straße geht, sollte dern Klassenkampf, der Klassenkrieg nicht vergessen werden: Wir haben ihn nicht angefangen, aber wir müssen ihn gewinnen.

th