10. April 2018

Kräftiger Widerstand gegen die Stromtrasse

Massive Proteste gegen die Gleichstromtrasse „Südlink“ im Kreis Schmalkalden-Meiningen. Foto: ga

Von Gerd Anacker    

 

Am Rande der südthüringer Gemeinde, auf der alten B 19 im Landkreis Schmalkalden-Meiningen startete eine Woche vor Ostern bereits die zweite kräftige Protestaktion gegen den Bau der Gleichstromtrasse durch Thüringen. Sowohl der Bundesverband der Bürgerinitiativen, als auch  starke Abordnungen aus der Thüringer Rhön, dem Wartburgkreis und Bürgerinitiativen aus dem bayrischen Kreis Bergrheinfeld haben lautstark die Verhinderung der Trasse gefordert. „Der Südlink muss der Stecker gezogen werden“ verkündeten eine Vielzahl von Plakaten und Protestrednern. Die Thüringer Umwelt- und Energieministerin Anja Siegesmund (Grüne) verkündete, dass der Ausbau der Stromtrasse nur mit den Menschen vor Ort möglich sei. Es sei eine Ungeheuerlichkeit wie der Stromnetzbetreiber Tennet auf den Trassenverlauf durch den Hainich, Werratal und Rhön als Vorzugsvariante setze, meinte Siegesmund. Die Thüringer Landesregierung werde alle Hebel in Bewegung setzen, dies zu verhindern und wenn es erforderlich sei, mit rechtlichen Schritten, unterstrich die Ministerin. „Wir sagen ja zur Energiewende, aber nein zu intransparenter Planung“, ließ Anja Siegesmund verlauten und unterstrich die Unvereinbarkeit des Projektes mit dem Naturschutz.

Auch Guntram Ziepel, Vorsitzender des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen die Südlink sprach von der Notwendigkeit des gemeinsamen Protestes der Trassengegner entlang des 700 Kilometer langen Trassenverlaufs. Auch der Landrat des Wartburgkreises Reinhard Krebs bekundete „zusammenstehen und besser vernetzen, damit in den Hinterzimmern in Berlin die Betten wackeln“. Die Arroganz der Netzagentur sei unbeschreiblich, denn der Eingriff in die Natur bringe weiter nichts als Schäden und negative Auswirkungen für die Landwirtschaft, unterstrich Krebs. Auch der Bundestagsabgeordnete der FDP Gerald Ullrich forderte die Südlink erst gar nicht zu planen, weil es ein Milliardengrab sei und heute seien neue Speichermedien im Vormarsch, die eine Energiewende auch in dieser Richtung ermöglichen.
Vom Stromnetzbetreiber Tennet war zu erfahren, dass die Bundesfachplanung derzeitig laufe und das Genehmigungsverfahren im Jahre 2021/22 abgeschlossen werde. Die vorgeschlagenen Trassenkorridore würden in der Prüfung gleichwertig behandelt, verkündete Tennet.